Bettdeckenraupenkokon

Was du wohl träumst
Wie du so neben mir liegst
Als ein einziger Bettdeckenraupenkokon

Ob du wohl schäumst
Vor Glück und fliegst
Über Wälder statt Berge aus grauem Beton

Was du versäumst
Während du Drachen besiegst
Ist nichts, nein, ich wünscht ich flög mit dir davon

Lagerfeuer

 

Ich hab mich irgendwann einfach entschieden, ein freundlicher Mensch zu sein. War gar nicht so schwer, wie ich dachte.

– Mein pensionierter Nachbar, nach zwei Bier am Lagerfeuer gestern

 

Zug-Gedicht

Wie Pompeji vor dem Fenster
Aschenschwarz, nach Lavarot
Und am Himmel wie Gespenster
Ziehen Wolkenformen fort

Drinnen wird es immer heller
Relativ zur Schwärze draußen
Und der Zug fährt immer schneller
Als wollte er selbst nach Hause

Schweigend über Gleise eilend
Klug Musik und Buch gemieden
Und bewusst Gedanken teilend
Zug-Gedicht im Zug geschrieben

2€ pro Tag – Letzter Tag & Fazit

Einleitung
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Tag 5 & 6


Der siebte und damit letzte Tag meiner „Essen-Für-2€-Pro-Tag“-Woche war kulinarisch durchwegs langweilig. Meine noch zwei übrigen, mittlerweile mehr als reifen Bananen gab es im Mixer püriert als Smoothie. Von der Wodka-Pasta hatte ich noch Reste und der restliche Tag bestand aus Toast und Reis. Und damit waren sieben Tage auch schon rum.


Am Anfang der sieben Tage habe ich für 14€ eingekauft, mich also für sieben Tage von 2€ pro Tag ernährt. Zugegebenermaßen, nicht ganz von 2€ pro Tag. Gewürze hatten wir bereits in der WG, genau wie eine Hot Sauce, Öl, usw.
Hätte ich das Ganze für einen Monat gemacht, wären diese Sachen, so lang wie sie reichen, auf den Tag umgerechnet wohl kaum ins Gewicht gefallen. Für diese eine Woche war es aber natürlich ein großer Vorteil.
Wahnsinn ist, wie viel ich an Lebensmitteln immer noch übrig habe. Eine halbe Packung Reis, eine Packung Haferflocken, 200g Linsen, eine Dose Bohnen, zwei Eier usw. Hätte ich gewollt, ich hätte mich noch länger nur davon ernähren können. Aber hätte ich das auch gewollt, hat es Spaß gemacht so zu essen?

Einerseits ja, andererseits nein. Natürlich hat nach einer Woche schon irgendwo die Abwechslung gefehlt. Und wenn man es wie ich nicht eh schon gewohnt ist, gesund und vegetarisch zu essen, wäre das Experiment unangenehmer gewesen. Klar werde ich mich nicht weiterhin ausschließlich von diesen Grundlebensmitteln ernähren. Selbst mir hängen Linsen-Bolognese und Reis mit Bohnen irgendwann zum Hals raus.
Aber toll war andererseits, nie groß drüber nachdenken zu müssen was man jetzt isst. Ich hatte ja eh keine riesige Auswahl und konnte meine paar Zutaten nur in so vielen Kombinationen zusammen in einen Topf oder den Teller werfen. Nicht einkaufen gehen zu müssen, war natürlich auch angenehm. Überhaupt, war jeglicher „Stress“ ums Essen total weg. Ich wusste immer, dass ich noch etwas da habe und das einfach essen werde, auch wenn ich jetzt grad Lust auf eine Pizza hätte. Ich musste mir absolut keine Gedanken mehr um mein Essen machen und hatte den Kopf für andere Dinge frei.

Als letzter positiver Punkt steht da natürlich die massive Geldersparnis. Ich hab mir auf ein paar Seiten angeschaut, was Studenten wohl durchschnittlich so für Essen ausgeben. Die meisten schreiben von 150-200€/Monat für Lebensmittel, 40-50€/Woche also. Das ist schon ein ganzes Stück mehr als meine 14€ und ich weiß, dass ich persönlich normalerweise jeden Monat mindestens diese 200€ für Essen ausgebe. Sich vorzustellen, was man mit dem gesparten Geld alles anstellen kann, hat die Woche auf jeden Fall einfacher gemacht.

Um zum Punkt zu kommen: Mir war schon am ersten Tag beim Blick in den vollen Einkaufswagen im Aldi klar, dass ich die Woche locker schaffen werde. Ich hatte wirklich massiv viel Essen für eine Woche, gerade durch so nahrhafte Sachen wie Reis, Haferflocken und Linsen.  Die zwar ausgewogene, aber langweilige Ernährung ödete am Ende der Woche natürlich an. Fuck, wie sehr ich eine Pizza wollte (und mir auch sofort gemacht habe) :D. Aber mir hat das Experiment wirklich nochmal vor Augen geführt, wie billig ich mich eigentlich gesund ernähren könnte. Wie wenig Geld ich für Essen ausgeben müsste  und wie viel ich letztendlich leider jeden Monat ausgebe. Da ist ne verdammt hohe Diskrepanz. Es öffnet einem echt die Augen. Falls jemand von euch auch nur ein kleines bisschen Lust bekommen hat, die 2€ (oder warum auch nicht 3€) pro Tag mal auszuprobieren, macht es! Es war echt ne witzige Herausforderung und hat mir etwas die Augen geöffnet, was meine Ausgaben für Lebensmittel angeht.


Ich habe mir während dieser Woche überlegt, das Ganze in naher Zukunft nochmal leicht abgewandelt zu versuchen – eine Woche, ohne Geld für Essen auszugeben. 0€ pro Tag. Foodsharing ist in Bayreuth mittlerweile wirklich angekommen, jeden Tag kann man irgendwo Brot, Salat, usw. abholen. Bei den 2€/Tag war die fehlende Abwechslung das Schlimme. Hier könnte es dann doch der Hunger werden. Würde das noch jemanden außer mir interessieren? Ich seh ja, dass den Blog hier mittlerweile doch einige Leute regelmäßig lesen. Schreibt mir doch nen kurzen Kommentar hier drunter oder sowas.

Vegetarischer Burger in Prag

Falls jemand übrigens gerne lesen möchte, ob und wie schwer es war in Prag vorletztes Wochenende vegetarisch, bzw. veganes Essen zu finden – Sira hat eine tolle Zusammenfassung auf ihrer Seite: Vegan in Prag

Bis dahin!

Worte

Wenn Worte nicht nur Worte wären
Worte wahre Orte wären
Welches Wort wär welcher Ort
Wenn Worte nicht nur Worte wären

Wäre Frieden Wald mit Moos
Wäre Liebe dann Neuschwanstein
Wäre Sicherheit dein Schoß
Wäre Trauer dann dein Grabstein

Für jeden hießen Orte anders
Jeder schrieb sein eigen Buch
Sein Lebenswerk, sein Weltenatlas
Nächstes Wort schon ausgesucht

2€ pro Tag – Tag 5 & 6

Einleitung
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag


Meine Freundin ist generell der Meinung, dass ich immer viel zu viel koche und von meinen Portionen teilweise eine vierköpfige Familie zweimal satt werden würde. Bisher hab ich diesen Vorwurf immer heftig von mir gewiesen und stets sofort widerlegen wollen, indem ich einfach alles auf einmal aufgegessen habe, egal wie satt ich schon war.  Jetzt wo ich mir mein Essen zumindest ein bisschen einzuteilen versuche, muss ich zugeben, dass sie eventuell doch recht hat. Von meiner Linsen Bolognese haben wir an Tag 4 zu zweit gegessen. Und ich konnte noch den kompletten nächsten Tag davon essen: Tag 5 bestand aus einmal Eiern auf Toast und zweimal Resten der Linsen Bolognese. Hmm.
Zwischendurch gabs dann noch eine Banane. Unspektakulär.

Wie angekündigt, war ich das anschließende Wochenende in Prag (durchs Titelbild fließt die Moldau…). Dort hätte ich mich zwar vermutlich für 50ct am Tag ernähren können, irgendwie waren die Restaurants dann aber doch verlockender als diese Vorstellung. So hab ich das Ganze für zwei Tage ausgesetzt und am Montag fortgesetzt.

Auch wenn ich noch mehr als eine Packung Haferflocken habe, gabs zum Wochenanfang wieder Toast zum Frühstück. Zusätzlich zur obligatorischen Erdnussbutter diesmal noch mit selbstgemachter Marmelade getoppt, die ich ein paar Tage davor geschenkt bekommen hatte. Langsam versteh ich, warum die Amis das täglich essen. Ist schon lecker.

Die restlichen zwei Mahlzeiten waren große Portionen Wodka-Spaghetti. Das Rezept (im Grunde einfach eine Tomatensoße mit einem Schuss Wodka) hatte ich schon vor einiger Zeit gefunden und nur darauf gewartet, es endlich mal ausprobieren zu können. Und da wir von der letzten Party noch eine angebrochene Flasche Wodka im Kühlschrank hatten…

Um das Ganze reichhaltiger zu machen, gabs noch ne Dose Bohnen in die Soße.  Damit sind meine Tomaten nun alle, von den Bohnen ist noch eine Dose übrig. Aber da ich noch üppig Reis, den Magerquark, etwas Spinat und zwei Eier habe, sollte auch der letzte Tag morgen einfach zu bewältigen sein.

Nochmal zu den Spaghetti: Der Wodka soll wohl den Geschmack der Tomaten hervorheben und bereichern. Ich hab ehrlich gesagt keinen riesigen Unterschied zu meiner letzten Tomatensoße geschmeckt – vielleicht hätte ich auch mehr als einen großen Schuss verwenden sollen? Wie auch immer, wenn ihr euer Studenten-Sauf-Image vom Trinken auch noch aufs Essen ausbauen wollt, probiert doch diese Nudeln mal aus. Lecker waren sie!

2€ pro Tag – Donnerstag

Einleitung
Montag
Dienstag
Mittwoch


 
Frühstückseier aus dem Schnapsglas. It’s true. It’s great. So great!
Dazu zwei Erdnussbuttertoasts mit Banane und Salz darauf. Probiert die Kombination mal, schmeckt wirklich klasse. 😉

Den Großteil des Tages gabs ansonsten nicht viel, einfach weil keine Zeit war. Dementsprechend groß war auch der Hunger am Abend. Resultat: Ein riesiger Topf Linsen-Bolognese (Klick mich fürs Rezept) mit Spaghetti. Ist eins meiner Lieblingsrezepte, da super einfach und gleichzeitig verdammt lecker. Ich schätze ich habe die „Light“ Version gemacht, da ich doch recht viele der Zutaten weglassen musste. Geschmeckt hat es trotzdem sehr gut, das Rezept verzeiht scheinbar ziemlich viel.

Wie auch immer, ich hatte selbst nach meinem großen Hunger noch ziemlich viel übrig – die warme Mahlzeit für den nächsten Tag steht also schon.

Apropos morgen: Da ich das Wochenende in Prag verbringe, wird das 2€ Experiment für zwei Tage ausgesetzt. Ab Montag geht’s dann weiter, sowohl mit der billigen Ernährung, als auch mit den Posts hier. Euch ein schönes Wochenende!